Das Projekt Valorisierung28
Das Projekt Valorisierung28 wird vom Fraunhofer IAO verantwortet und getragen von einer starken Partnerschaft mit den großen außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Ziel ist es, eine zeitgemäße Kultur der Valorisierung zu entwickeln und neue Wege für wirksame Forschung aufzuzeigen.
- Hintergrund
Die EU versteht unter Wissensvalorisierung, dass Forschungsergebnisse so genutzt werden, dass sie Gesellschaft und Wirtschaft konkret voranbringen. Dazu gehören nicht nur Patente, sondern auch Daten, Software, Fachwissen oder politische Empfehlungen, die gemeinsam mit verschiedenen Akteuren entstehen.
Damit Forschung wirksam ist, sollte sie unterschiedliche Zielgruppen berücksichtigen. Die Integration von Geschlechteraspekten stärkt Qualität und Relevanz von Forschung. Auch die DFG hebt in ihrer Richtlinie zur guten wissenschaftlichen Praxis Gleichstellung und Diversität als wichtige Voraussetzungen für exzellente Forschung hervor.
Auch politisch ist klar vorgegeben, dass Gleichstellung nicht an der Forschung enden darf, sondern sich auch in ihrer Nutzung und Verwertung zeigen muss. Dafür gibt es Leitlinien auf mehreren Ebenen: vom Grundgesetz über den Koalitionsvertrag der Bundesregierung bis hin zu den europäischen Zielen für Frauenrechte und eine geschlechtergerechte Gesellschaft.
Ziele des Projekts
Das Projekt Valorisierung28 untersucht, wie ein Kulturwandel gelingen kann, damit die Genderdimension ganz selbstverständlich in die Nutzung und Verwertung von Wissen einfließt. Im Mittelpunkt stehen dabei Deutschlands große außeruniversitäre Forschungseinrichtungen: die Max-Planck-Gesellschaft, die Fraunhofer-Gesellschaft, die Helmholtz-Gemeinschaft und die Leibniz-Gemeinschaft.
Dabei orientiert sich das Projekt an dem heutigen europäischen Verständnis von Wissensvalorisierung. Gemeint ist damit mehr als nur der reine Transfer von Forschungsergebnissen: Wissen soll gemeinsam genutzt und so weiterentwickelt werden, dass es gesellschaftlich Wirkung entfaltet. Ziel ist es, Geschlechteraspekte künftig in Kooperationen, Transferprojekten, Lizenzen und Ausgründungen systematisch mitzudenken.
- WAS bewirkt das konkret?
Beispiele für eine wirksame Wissensverwertung unter Berücksichtigung der Genderdimension
Forschung
Wenn im Bereich regenerativer Energien neue Berufsfelder entstehen und Frauen in MINTFächern weniger vertreten sind, muss gezielt darauf hingewirkt werden, dass sich mehr junge Frauen für dieses Berufe interessieren.
Frauen schulen
Wenn Studien zeigen, dass Männer mehr Kenntnis im Umgang mit Geldanlagen haben, sind Ansätze nötig, Frauen gezielt zu schulen.
Medizin diversifizieren
Die Entwicklung personalisierter Medizin setzt die Untersuchung von Nebenwirkungen aufgeschlüsselt nach Geschlecht, aber auch anderen Diversitätsmerkmalen, voraus.
Der Einbezug von Genderaspekten erlaubt eine breitere Wirkung wissenschaftlich, gesellschaftlich und wirtschaftlich.
- Vorgehen
In enger Zusammenarbeit mit Strategieverantwortlichen, Forschenden und Gender-Expert:innen setzt das Projekt auf drei Kernelemente:
Themenfelder identifizieren, in denen Gender für die Verwertung von Wissen besonders relevant ist (z. B. KI, Energie, Gesundheit)
Workshops & Dialogformate, die Diskurs rund um Valorisierung anstoßen und Genderwissen in Anwendung übersetzen
Evaluation & Indikatoren, um Fortschritte im Kulturwandel messbar zu machen
Die Ergebnisse werden über eine Webplattform, Austauschformate und Veranstaltungen in die Breite getragen. Es entstehen übertragbare Werkzeuge und Erfolgsfaktoren, die über die Projektlaufzeit hinaus wirksam sind.
Projektlaufzeit: 01.10.2025 – 30.09.2028 (36 Monate)
Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt
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